© Marie-Lisa Noltenius/KAS-ACDP

Maikäfer flieg

Lieder, Gedichte und Briefe zum "Großen Krieg"

In dieser musikalischen Lesung über den Ersten Weltkrieg sind ein Mann sowie eine Frau mit Abstand nebeneinander im Vordergrund auf der Bühne platziert. Der Pianist sitzt im Hintergrund am Flügel. Mann und Frau interagieren nicht auf der Bühne, sondern repräsentieren nebeneinander den Soldaten im Krieg sowie die zu Hause gebliebene Frau. Auch ohne Interaktion werden die beiden durch die Projektion des Zuschauers schnell zum Paar, mit dem er sich identifizieren kann. Währenddessen sorgt der Pianist für eine einfühlsame musikalische Begleitung.

Das Programm 'Der große Krieg' beinhaltet Original-Feldbriefe, Zitate und Tagebucheinträge aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sowie Lieder unterschiedlicher Genres, die von Kurt Weill über deutsche Kinderlieder bis hin zu Popsongs von bspw. George Michael reichen. Alle vorgetragenen Inhalte haben mit Krieg zu tun, wobei die gesprochenen Inhalte konsequent in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurückgehen. Im Gegensatz hierzu schlagen die Lieder eine Brücke in die Jetztzeit und zum Krieg im Allgemeinen.
Auch das Lied 'La Chanson de Craonne' – besser bekannt als 'Bonsoir m‘amour' – ist Bestandteil des Programms. Sein Text, der zur Zeit des Ersten Weltkriegs von einem anonymen französischen Soldaten als Anti-Kriegslied geschrieben wurde, war in Frankreich bis in die 70er Jahre verboten und drängt sich somit als Programmbestandteil geradezu auf.

Während gesprochenes deutsches Wort und englisches, deutsches, russisches bzw. französisches Lied sich abwechseln, verschmelzen Sprachen und Perspektiven: Dem Zuhörer wird klar, wie übertragbar die Schicksale sind, die hier aufgegriffen werden: Grenzen und Nationalität, Täter und Opfer, Raum und Zeit verschwimmen.

Entstehung & Anforderungen

2009 entstand die Produktion in Kooperation mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge unter dem Titel 'Und keiner hörte ihre Tränen‘ und wurde u.a. in der Staatsoper Hannover aufgeführt. Es dauert ca. 60 Minuten und ist in seiner Länge variabel, da Texte und Musikstücke je nach Wunsch weggelassen und hinzugefügt werden können, ohne dass das Programm an seiner starken Wirkung verliert.

Es kann auch für den Zweiten Weltkrieg adaptiert werden, indem die gesprochenen Inhalte entsprechend ausgetauscht werden.

Das Programm ist für eine Bühne konzipiert, kann aber auch in kleinerem Rahmen als musikalisch-theatrale Darbietung präsentiert werden. Ein vorhandener gestimmter Flügel oder ein Klavier sowie professionelle Soundtechnik vor Ort sind Voraussetzung.

Repertoire

Und was bekam des Soldaten Weib (Kurt Weill, 1942), Последний бой/ Die letzte Schlacht (Michail Nozhkin, 1968), Mothers Pride (George Michael, 1990), La Chanson de Craonne (Antikriegslied ca. 1915), Maikäfer flieg' (Kinderlied, ca. 1618), Irgendwo auf der Welt (Werner Richard Heymann "Der blonde Traum", 1932), Hänschen klein (Franz Wiedemann, ca. 1860), The Flagmaker, 1775 (Jason Robert Brown "Songs For New World", 1995)

Kontakt Franziska Böhm
© Bernd Brundert

Gesang: Franziska Böhm

Erster Weltkrieg - Björn Geske
© Ava Pivot

Lesung: Björn Geske

Erster Weltkrieg • Burkhard Niggemeier
© schauspielhannover

Am Flügel: Burkhard Niggemeier